16. Kompanie

ÜBER 40 JAHRE 16. KOMPANIE

Welcher Schützenbruder erinnert sich nicht an seine ersten Gehversuche in Uniform, sein erstes Fischelner Schützenfest und den ersten Einmarsch ins Festzelt? Ein wenig Nervosität war sicher dabei, zuweilen auch Übereifer, um nur ja alles richtig zu machen. Wie gut, dass man sich an den Älteren orientieren konnte, die das ganze Programm mit einer unaufgeregten Routine abspulten. Als die 16. Kompanie im Jahr 1973 ins Schützengeschehen eingriff, war es nicht anders. Zunächst im geliehenen grünen, wenig später dann im eigenen blauen Waffenrock suchten die Nachwuchsmarschierer ihren Platz im Schützenregiment. Oft ging ein staunender Blick in Richtung der „alten Hasen“, die schon so viele Schützenjahre und –feste auf dem Buckel hatten. Wie viel an uneinholbarer Erfahrung und wie viele Lebensjahre waren sie doch voraus?

Heute steht die 16. Kompanie selbst in der Rolle der „alten Hasen“. Mehr als 40 intensive Schützenjahre mit unzähligen Herausforderungen und Erfolgen haben ihre Spuren hinterlassen, von denen die Männer in den Preußischen Grenadieruniformen kaum eine missen möchten. Dabei können eigentlich nur die Gründungsmitglieder Ulrich Fahnenbruck und Berthold Pesch auf die gesamte Zeit zurückblicken, aber auch die durchschnittliche Mitgliedsdauer der übrigen 15 Aktiven beträgt fast 25 Jahre. Graue Eminenz unter einigen inzwischen ergrauten Herren war zu seinen Lebzeiten zweifelsohne Hans Bruns, der sich seit der Kompaniegründung als wichtiger Ratgeber und unverzichtbarer Freund erwiesen hatte und dafür mit der Ehrenmitgliedschaft bedacht wurde. Im März 2015 erlag er seinem geduldig ertragenen Krebsleiden und wurde unter großer Anteilnahme zu Grabe getragen. Ein schwerer Verlust für die Fischelner Schützen. Eines seiner Anliegen war es stets, die Schützentradition in die nächsten Jahrzehnte zu tragen. Im Sinne dieser Nachhaltigkeit sind jetzt auch deutlich jüngere Schützenbrüder Mitglied der Kompanie, die für eine weitere erfolgreiche Generation stehen.

Bis heute ist die16. Kompanie stets dort vertreten, wo Schützenhilfe gefragt ist. Unter anderem beim Aufbau und der Ausstattung der Krippe in der Clemenskirche, deren Patenschaft sie im Jahre 1998 übernahm. Viele Jahre als Entscheidungsträger in Vorstand und Offizierskorps runden das Bild der Kompanie ab, die auch vor konstruktiv-kritischen Worten nie zurückschreckt.

Toleranz und Meinungsfreiheit sind auch im internen Umgang einer der Wesenszüge der Kompanie. Das verlängert zwar die ein oder andere lebhafte Monatsversammlung, die über Jahrzehnte vom Vorsitzenden Götz Pützhofen geleitet wurden. Für seine geduldige und kreative Arbeit, die die Kompanie maßgeblich prägte, ernannten ihn die Schützenbrüder Anfang 2016 zu ihrem Ehrenmitglied. Er war es auch, der als bisher einziger aus der Kompanie im Jahr 1990 den Königsschuss wagte und mit seinen Ministern Klaus Schleeberger und Rainer Schrickel an der Spitze eines glanzvolles Schützenfestes stand: der Höhepunkt der bisherigen Kompaniegeschichte schlechthin.